Unterwegs mit mir…

…in die Berge. Endlich kann ich mal wieder einen Blogpost über eine kurze Reise schreiben. Genau dies war der Beginn meines Blogs. Ich habe über meine Reise in Amerika berichet. Nun in diesem Blogpost kann ich dir leider keine schönen Fotos von den Staaten zeigen, aber trotzdem nehme ich dich mit auf meine Reise.

Am letzten Freitagnachmittag reisten wir nach Grächen ins Wallis. Es ist Tradition, dass wir den Onkel meines Mannes und seine Partnerin an einem Januarweekend da besuchen. Die Cousinen meines Mannes sind auch noch da, ihre Partner und ich geniesse es wirklich jedes Mal sehr. Letztes Jahr haben wir pausiert und dieses Jahr nehmen wir das Schneeweekend als erstes Mal als Familie in Angriff.

Tags zuvor mache ich mir schon ein paar Gedanken, wie die „lange“ (2h und 30 Minute) Reise mit dem Zug wohl geht und ob ich alles eingepackt haben. Guten Mutes machen wir uns am Freitagmittag auf den Weg. Geplant ist, dass unser Sohnemann den Mittagsschlaf im Tragtuch macht. Und siehe da, der ganze Weg von Bern nach Visp schläft er bei mir. Beim Umsteigen wacht er auf, aber das ist ja auch völlig in Ordnung. Immerhin hat er knapp eine Stunde geschlafen. Auch die weitere Reise verläuft problemlos. Ich bin erstaunt, wie ruhig und gut alles läuft. Aber ein kleines Flüstern höre ich da in meinem Ohr:“Verhält er sich zu ruhig und hat er ein bisschen warm?“

Im Hotel angekommen, habe ich dieses Flüstern immer noch im Ohr. Es ist bereits Zvieri-Zeit. Unser kleiner Früchtetiger mag keine Mandarinen essen. Hmmm, wie war das mit der Wärme? Also messen wir mal Fieber. Und siehe da, das Flüstern oder einfach mein Bauchgefühl hat mich nicht getäuscht. Unser kleiner Schatz hat Fieber. Noch nich sehr hoch, aber nicht der beste Start ins Weekend. Mal abwarten, ein bisschen spielen, dann wieder ein bisschen tragen. Vielleicht sind es ja nur die Zähne, denn die eine Wange leuchtet rot.

18.00 Uhr. Apérozeit. Ja, für alle ausser mich. Denn unser Sohn ist wieder im Tragtuch eingeschlafen. Ich laufe im Hotelzimmer hin und her und überlege mir bereits, ob ich das Nachtessen mit den Anderen geniessen kann oder ob ich auf das verzichten muss. Verzichten. Ein Wort, dass Mütter gut kennen. Aber jetzt weiss ich ja noch nicht, ob ich auch wirklich verzichten muss.

Kurzversion: Das Nachtessen können wir alle im Restaurant geniessen, es läuft erstaunlich gut. Dafalgan-Zäpfli und Ablenkung sei Dank. Nach dem Essen gehen wir schnell wieder ins Hotelzimmer. Der Beginn des Abends/der Nacht ist ruhig. Doch diese Ruhe bleibt nur für kurze Stundenn. Nächste Kurzversion: Wir sind die ganze Nacht wach, schlafen ca. eine Stunde, das Fieber beim Sohn steigt und bleibt bei 40 Grad. Ich habe zudem noch Magenkrämpfe…ja, besser könnte so ein Schneeweekend nicht sein (Ironie ;-). Als Eltern möchte man dem Kind helfen und es ist so schlimm, wenn das Kind nicht in den Schlaf findet, obwohl es soooo müde ist. Irgendwann konnten wir ja dann alle noch eine Stunde schlafen.

Der Morgen danach. Wie nach dem Kater. Kein schönes Aufstehen. Wir sind alle müde, besorgt und das Fieber ist immer noch da. Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns die Heimreise anzutreten. Nichts wird aus dem Skitag für meinen Mann. Nichts wird daraus, dass ich mit unserem Sohnemann in den Schnee kann. Es gibt also auch kein Kaffi Baileys an der Sonne. Wir waren nicht einmal 24 Stunden in Grächen.

Was will ich damit sagen? Dieser Aufenthalt hat mir einmal mehr die Augen geöffnet, wie sich die Erwartung von der Realität unterscheiden kann. Habe ich mich zuvor auf die Sonne, den Schnee und die Gemeinschaft gefreut, hoffe ich in diesem Moment nur, dass das Fieber bald zurückgeht. Ich war enttäuscht, innerlich wütend (gibt es diesen Ausdruck?) oder nein ich war wütend, weil ich wieder einmal auf etwas verzichten muss. Seit ich Mama bin, fällt mir dies immer wieder auf, wie wir als Eltern unsere Bedürfnisse in den Hintergrund stellen müssen. Ganz ehrlich, dies finde ich nicht immer einfach. Und dennoch: Das müssen alle Eltern. Und wir müssen ja nicht auf alles verzichten. Aber dennoch sind es diese Momente, in denen du doch ein bisschen wehmütig an die letzten Grächen-Weekends zurück denkst. Aber weisst du was? Schlussendlich bin ich dankbar, dass das Fieber ohne Arzt- oder Spitalbesuch runter ging.

Und hey unser Sohn war so müde von dieser Nacht, dass er vom Samstagabend bis am Sonntagmorgen um 11 Uhr geschlafen hatte. Ich auch. Also musste ich an diesem Sonntag immerhin mal nicht aus Ausschlafen verzichten ;-)

So und zum Schluss gibt es doch noch ein paar Schneebilder. Bilder vom letzten Donnerstag, eines von Adelboden und noch eins vom letzten Jahr im Winter. Leider habe ich ja kein aktuelles Winterbd von Grächen. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr, aber zu hohe Erwartungen habe ich nicht.

Happy Weekend!

Moni

 

 

 

 

 

Erwarte nicht zu viel…

Manchmal, weiss ich genau, über was ich meinen nächsten Blogartikel schreibe. Manchmal, mache ich mir Gedanken dazu, habe aber keine Idee. Ich frage mich, was ich schreiben könnten. Trotz der Gedanken kommt mir kein passendes Thema in den Sinn. Spezialisieren auf nur eine Richtung wie Bücher, Sport oder Beauty will ich mich nicht. Manchmal wäre dies vielleicht einfacher. Aber es ist nicht mein Blog.

Manchmal, denke ich weiter nach, habe eine Idee und frage mich dennoch, ob ich darüber schreiben soll? Ist das Thema zu persönlich oder viel zu oberflächlich? Manchmal, sollte ich einfach schreiben und nicht darüber nachdenken.

Und nun sitze ich hier und schreibe…denken tu ich natürlich trotzdem. Über das, was ich bereits verfasst habe und was ich jetzt schreiben werde. Was mir immer wieder durch den Kopf geht, sind „Erwartungen“. Welche Erwartungen habe ich an mich? An meinen Blog und die Artikel? Welche Erwartungen haben meine Leserinnen und Leser? Welche Erwartungen habe ich zu den Besucherzahlen?

Erwartungen habe ich oft im Leben. Du auch? Erwartungen an mich, Erwartungen an meine Mitmenschen, Erwartungen an ein Ereignis, an das gesamte Leben und vieles mehr. Und dennoch stelle ich mir manchmal die Frage, sind diese Erwartungen sinnvoll und bringen sie mich weiter? Oder bewirken sie genau das Gegenteil? Werde ich davon enttäuscht? Es gibt Beides. Aber hey wie oft sind wir schon enttäuscht worden, weil unsere Erwartungen / Vorstellungen nicht erfüllt wurden? Ja, schon oft. Wie gesagt, es gibt auch das Gegenteil. Wir haben eine Erwartung und die Person verhält sich genau so, wie wir dies erwartet haben oder die Situation trifft so ein, wie wir sie möchten. Aber um was geht es dann genau? Um mich und meine Erwartungen. In einem ersten Schritt finde ich es schön und wertvoll, wenn ich es schaffe, dass ich meine Erwartungen zu Wünschen umformuliere. Wünsche sind bereits mit viel weniger Druck belastet. „Ich wünsche mir, dass…“dies tönt doch schon viel angenehmer als „Ich erwarte / stelle mir vor, dass…“ Wenn Wünsche erfüllt werden, ist dies wunderbar.

Oft sind Erwartungen auch mit der „Rolle“ des Gegenübers verbunden. Ich erwarte von meinem Chef etwas anderes als von einer Freundin. Von meinem Partner erwarte ich wieder etwas anderes als von meiner Mutter. Spannend, wie wir Erwartungen mit den Rollen verbinden. Einerseits ganz normal, verständlich und auch gut. Es ist aber auch hilfreich, dies einmal zu hinterfragen. Denn wirklich oft, sind wir auch aus diesem Grund von unseren Erwartungen und somit indirekt von diesen Personen enttäuscht. Ich denke „Er sollte dies doch wissen, immerhin ist er mein Freund“ oder „Sie müsste sich doch bei mir melden, denn sie ist meine Freundin. Oder hat sie kein Interesse mehr an unserer Freundschaft?“ Ja, und oft bin ich dann enttäuscht, weil diese Person nicht so reagiert oder handelt, wie ich das möchte. Aber wie soll es mein Gegenüber wissen, wenn ich die Erwartung nicht ausspreche? Deshalb kann ich mir überlegen, ob ich diese Erwartung / Wunsch haben will. Wenn ich mich dafür entscheide, ist es sinnvoll, dies dem Gegenüber zu sagen / zeigen. Denn sonst ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich enttäuscht werde. Es geht mir also nicht darum, gar keine Erwartungen mehr zu haben. Aber vielleicht hilft es ganz oft, wenn unsere Erwartungen nicht zu hoch sind und wir diese dann auch aussprechen.

Oft treffe ich auch eine Annahme, was mein Gegenüber für Erwartungen an mich hat. Doch auch bei diesen lohnt es sich, diese zu hinterfragen. Denn wie oft denken wir: „XY hat sicherlich die Erwartung, dass ich genau diese Arbeit noch heute beende.“ Oder „Die anderen denken sicherlich, wenn ich Sport mache, dann sollte ich aber auch eine andere Figur haben“. Wir machen uns Stress, der im Endeffekt gar nicht nötig ist. Ich möchte wegkommen von dieser Erwartungshaltung. Manchmal gelingt es mir, manchmal überhaupt nicht.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne und entspannte Woche.